Endspurt

So jetzt fehlen nur noch 16 Tage bis zum Rückflug und ich kann es kaum glauben, dass die 6 Monate im Endeffekt doch so schnell vorbeigegangen sind. Der Anfang war ziemlich schwierig, dann wurde es besser und die Zeit verging ein bisschen schneller und zum Schluss hab ich gar nicht mehr mitbekommen wie schnell die Tage vergangen sind. Ich glaub ich hab mich schon ziemlich verändert, hab viel gelernt, viele tolle und nicht so tolle Menschen kennengelernt und natürlich bereue ich nichts von alledem. Vor allem was meine Arbeit angeht hab ich unglaublich viel gelernt. Mit Behinderten zu arbeiten ist sehr bereichernd, interessant, lustig, schwierig, anstrengend und vor allem echt schön. Ich gab ihnen viel und sie gaben mir das Doppelte zurück, einfach nur durch ihre Liebe und Dankbarkeit. Abgesehen davon, dass wir mit ihnen Zeit in dem Tageszentrum verbracht haben, waren wir oft im Schwimmbad, haben viele Spaziergänge gemacht, waren auf einem 4-tägigen unglaublich anstrengenden Ausflug am Meer. Inke und ich hatten letztens sogar die Möglichkeit einen Kurs über Papier-Recycling für Behinderte, die im Gefängnis sind, zu machen. Sind dann wirklich mit zwei Betreuern und zwei Helfern in das Gefängnis von Granada gefahren und haben da diesen Kurs gemacht. Das war unglaublich interessant und ziemlich beeindruckend. Man hat schließlich nicht oft die Möglichkeit ein Gefängnis von innen zu sehen (und will es auch nicht unbedingt ). Die Personen für die wir das gemacht haben, sind nicht schwerwiegend behindert und sind sich bis zu einem bestimmten Punkt dessen bewusst, dass sie was Schlechtes getan haben und deswegen da sind. Wir haben sie aber natürlich ganz normal behandelt, wie die Menschen aus dem Tageszentrum und sie waren anfangs zwar misstrauisch, aber im Nachhinein sehr nett zu uns. Es war am Ende jedoch schwierig und traurig sich von denen zu verabschieden, zu gehen und sie da zu lassen mit dem Bewusstsein, dass sie da noch länger Zeit verbringen werden, weil wir sie in der kurzen Zeit zu mögen gelernt haben. Einige von den Personen aus dem Tageszentrum hab ich wirklich richtig ins Herz geschlossen und werde diese unglaublich vermissen… Für mich persönlich hab ich sehr viel gelernt. Ihr könnt mir glauben, es ist eine Herausforderung mit fünf anderen Mädchen zu wohnen, sich ein Zimmer mit einer Person zu teilen, die du vorher nicht kanntest, deswegen wenig Privatsphäre zu haben und das sechs Monate lang. Es gab viele witzige und schöne Momente, aber auch viele in denen meine Nerven sehr gelitten haben. Aber gut, man lernt aus allem. Ich hatte auch viel Zeit um über mich nachzudenken und an mir zu arbeiten, was auch nicht immer leicht war. Da ist viel Gutes und auch viel Schwieriges bei rausgekommen und das ist alles noch lange nicht vorbei, und sollte es auch nie. Man entwickelt sich schließlich ständig weiter, auch wenn es einem nicht immer bewusst ist. Ich habe viele interessante Menschen kennengelernt, einiges über Menschen gelernt, gute Freunde gefunden und mich schließlich auch verliebt. Das sind zum Teil Dinge, die es mir sehr schwer machen von hier weg zu gehen. Andererseits freu ich mich auch unglaublich auf mein Zuhause, meine Familie, meine Freunde und auf Köln. Ich werde also mit meinem lachenden und einem weinenden Auge gehen… auf ein neues Jahr Nicht vergessen, ich lande am 30.12. jetzt doch schon um 18:35 Uhr. Ich freu mich über alle, die mich am Flughafen abholen möchten :D

13.12.09 17:00

bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Lexi (13.12.09 17:11)
fazit: nice!
vor allem der klischee spruch, den auch Marc gebracht hat! haha zu gut :D
na dann bin ich mal gespannt auf die neue Sylwia ^^ genieß die letzte tage!


jamjam (14.12.09 18:44)
hdl

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